Über mich

 

Meine Vorfahren kamen aus Holland. Von dort fuhren sie nach Ostpreußen, danach in die Ukraine ans Asowsche Meer. Später wurden sie nach Osten deportiert, in den Ural. Dort lebten sie direkt an dem riesigen Fluss Kama. Ich bin damit sozusagen an und auf dem Wasser groß geworden. Mein Großvater hat sein Leben lang dort immer selbst gefischt, und sehr oft hat er mich dabei in seinem Boot mitgenommen. Fische, die mein Opa seinerzeit fing, wurden nicht nur gebraten, gekocht und geschmort, sondern auch getrocknet. An den dafür an Fenstern gespannten Fäden guckten so oft Barsche,

 

Karauschen, Hechte und Aale lustig durch die Fensterscheiben. Als Kinder schauten wir zu, wie meine Oma in einem großen Kessel mit Salzwasser die frischgefangenen Fische eintauchte, und später wurden sie, wie Fischgirlanden, an die Fenster gehängt. Meine Bilder mit Fischen spiegeln für mich viele meiner Kindheitserinnerungen wider.

Viele Jahre später verbrachte ich 1999 den Sommer im Norden von Kasachstan in einem Jugendlager „Borowoje“, das in einer malerischen Gegend liegt. Dort gab es unzählige Seen, an denen alte Holzboote standen. Sie erweckten sofort meine Aufmerksamkeit und inspirierten mich zu einer Linolschnitt-Reihe über „Kasachstan“, die mittlerweile auch schon in vielen Ausstellungen erfolgreich gezeigt wurde. Zu meinem Leitmotiv „Schiffe“ bin ich 2005 in Bulgarien wieder zurückgekehrt. Dort habe ich viele Stunden am und im Hafen verbracht, mich mit Schiffskapitänen und ihren Matrosen unterhalten und sie über alle Details des Schiffbaus ausgefragt. Am besten haben mir die russischen Schiffe aus dem sibirischen Ort „Sosnowka“ dort am Schwarzen Meer gefallen.

 

Und diese Schiffe habe ich dann auch über viele Jahre immer wieder gezeichnet. Daraus wiederum sind dann viele neue Werke mit der Technik der Radierung entstanden. Im Jahre 2008 bin ich auf das Thema „Fischernetze“ gestoßen, das dann zu meinem Examensthema an der Kunstakademie in Münster wurde.

 

Dafür arbeitete ich mit verschiedensten Arten von Fischernetzen, die ich als Geschenke von den Matrosen bekommen hatte, sowie mit einigen alten noch vorhandenen Original-Netzen meines Großvaters aus dem Ural. Dieses für mich auch stark autobiografisch geprägte Thema hat mich so fasziniert und mitgerissen, dass ich damit auch nach meinem Abschluss an der Kunstakademie im Jahre 2009 bis immer noch weiter arbeite und experimentiere.